Bitcoin / Kryptowährungen, Aktien, Gold & Immobilien – Was sind gute Investments im aktuellen Marktumfeld?

An den Kryptomärkten regiert die Angst, selbst fantastische Ankündigen, wie jüngst die Ankündigung des Starts von Golem (GNT) auf dem Ethereum-Mainnet, konnten für kaum Entlastung sorgen. Das Gleiche konnte auch beim Start des Lightning Network für Bitcoin (BTC) beobachten werden, obwohl dies verspricht eines der dringendsten Probleme der jüngeren Vergangenheit zu lösen: Die (zweitweise) hohen Transaktionsgebühren.
Liegt es daran, dass Investoren sich wieder klassischen Anlagen wie Aktien, Gold oder Immobilien zuwenden? Und ist dies, in Anbetracht des globalen Umfeldes, überhaupt sinnvoll?

Klar ist, dass eine detaillierte Antwort auf die aufgeworfenen Fragen den Rahmen eines Blog-Eintrags sprengen würde und eher im Rahmen eines Buches präsentiert werden müsste. Nichtsdestotrotz sollen hier die, meiner Meinung nach, entscheidenden Herausforderungen für die genannten Anlageklassen benannt werden. Das ganze sollte als Hilfestellung gesehen werden sein Portfolio für die Herausforderungen die für 2018 und 2019 absehbar erscheinen zu rüsten und nicht als Handlungsanweisung nach der investiert werden sollte.

Im folgenden werde ich meine Sichtweise auf die Einzelmärkte mit Fokus auf Deutschland darlegen, um anschließend ein kleines Fazit zu ziehen. Falls dich nur die Schlussfolgerung interessiert: Direkt zum Fazit.

Der Kryptomarkt

Der Kryptomarkt befindet sich spätestens seit März in einer Schockstarre. Bitcoin und alle weiteren wichtigen Coins wie Ethereum, Ripple, Neo, DASH, Bitcoin Cash oder IOTA haben um die 2/3 ihres Wertes abgeben müssen. Was zu Beginn nach dem üblichen Ausverkauf zu Jahresbeginn (Steuern, lunares Neujahr) aussah, stellte sich als tiefgreifende Korrektur heraus. Wie ist der Zustand des Marktes heute, Mitte April 2018, und was lässt sich für die Zukunft erwarten?

Ich vertrete die, auf der Fundamentalanalyse beruhende Ansicht, dass wir aktuell die Bodenbildung des Kryptomarktes erleben. Kritiker sehen den “fundamentalen Wert” von Kryptowährungen oft bei “0” was selbstverständlich Unsinn ist. Einen guten Indikator wie Netzwerke wie Bitcoin fundamental bewertet werden können, bietet Metcalfe’s Gesetz. Dieses besagt, dass der Wert eines Telekommunikationsetzwerkes nach der Formel n^2 mit der Zahl seiner Teilnehmer steigt. Im Falle der Blockchain Technologie kämen als Nutzerzahl nun eine Reihe von Größen in Betracht, entscheidend für die Robustheit der Blockchain ist aber definitiv die Zahl der Nodes im Netzwerk.

Während des starken 200% Preisanstieges von Bitcoin bis Ende Dezember 2017 entkoppelte sich der Preis vom Wachstum des Netzwerks und Skalierungsprobleme traten zu Tage. Die nachfolgende Korrektur war folgerichtig. Viele Kryptowährungen verzeichnen aber auch über das erste Quartal 2018 ein deutliches Wachstum ihrer Infrastruktur, so führte z.B. der Aufruf von canesin mehr NEO-RPC-Nodes bereitzustellen zu einer deutlich positiven Reaktion. Die preisliche Entwicklung hat diese Verbesserungen bisher nicht reflektiert.

Der Aktienmarkt & Immobilien

Der Aktienmarkt und seine Sekundärmärkte wie ETF und CFD werden in der Kryptoszene oft wenig beachtet, doch selbstverständlich bieten sich hier, bei allem Crypto-Enthusiasmus, noch gute Investitionsmöglichkeiten. Doch ist aktuell der Aktienkauf zu empfehlen?
In diesem Abschnitt möchte ich auch auf den Immobilienmarkt, in Deutschland oft liebevoll “Betongold” genannt, eingehen, denn beide Märkte teilen meiner Meinung nach ein großes Problem: Die Geldpolitik der Zentralbanken rund um den Globus.

Die Bank of Japan, Federal Reserve und Europäische Zentralbank (um nur einige zu nennen) haben eines gemeinsam: Alle sind in den letzten Jahren in die sogenannte Liquiditätsfalle getappt. Die Programme des Quantitative Easing haben die Märkte mit Geld geflutet. In Europa ist die EZB mit 80 Milliarden Euro pro Monat (!) zum größten Käufer von Staats- & Unternehmensanleihen aufgestiegen. Durch diese Ausweitung der Bilanz wird “Geld gedruckt” und so stieg die Geldmenge in der Eurozone in der nun seit 10 Jahren andauernden Krisenzeit deutlich an.

Gleichzeitig entsteht hier das Problem des sogenannten “Crowding out”: Die EZB verdrängt andere Investoren aus den von ihr gekauften Anlagen. Um Renditen zu erzielen, müssen diese sich nun andere – oft auch risikoreichere – Investments suchen. So ist z.B. in Deutschland ein deutlicher Anstieg der Preise für Immobilien zu beobachten. Insbesondere in letzter Zeit entkoppelt sich dabei die Steigerung der Mieten sehr deutlich von der Steigerung der Kaufpreise in dem Sinne, dass die Mieten deutlich langsamer steigen. Dies macht die Refinanzierung von zur Vermietung erworbenem Wohneigentum immer schwieriger.

Auch besteht der Verdacht, dass die anhaltend extrem niedrigen Zinsen vielfach zu risikoreichen Investitionen geführt haben, die auf einem höheren Zinsniveau nicht zu finanzieren wären. Da bei der FED in den USA und der BOE der Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik schon eingeleitet wurde, scheint es nur noch eine Frage der Zeit bis auch die EZB folgt. Diese reduzierte jüngst immerhin schon ihr Anleihenkaufprogramm um 20 Mrd. € pro Monat.

Sollte die Zeit des billigen Geldes zu Ende gehen, sind aus meiner Sicht deutliche Korrekturen am Immobilien- und Aktienmarkt zu erwarten. Dazu kommen weitere Risikofaktoren wie die Gefahr einer Konfrontation zwischen Russland und den USA im Syrienkonflikt und die Belastung der deutschen Wirtschaft durch die sich immer weiter verschärfenden Sanktionen gegen Russland sowie ein drohender Handelskrieg mit China.

Gold

Die angesprochenen politischen Krisen auf dem internationalen Parkett und die unstete Politik des aktuellen US-Präsidenten, lassen Gold als sicheren Zufluchtsort erscheinen und so stieg der Goldkurs auf Grund des Säbelgerassels der letzten Tage in der vergangenen Woche um 2,5%. Allerdings wird der Goldmarkt von Kontrakten und Zertifikaten dominiert, physisches Gold spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ein weiteres Problem ist das Gold zwar sicherlich einen sicheren Hafen in (moderaten) Krisenzeiten bietet, als gewinnbringendes Investment aber kaum geeignet ist. Dies ist deutlich ersichtlich an der Entwicklung des Goldpreises über die letzten 100 Jahre, der im Endeffekt nur die Inflation ausgleicht. Wirkliche Gewinne waren mit Gold nicht zu erzielen und werden es wohl auch in Zukunft nicht sein. Als Schutz vor Wertverlusten ist es aber durchaus geeignet.

Fazit

Es psychologisch immer leichter in aktuell stark performende Märkte zu investieren, da sich hier ein gewisser Enthusiasmus einstellt. Allerdings haben sich Aktien- und Immobilienmärkte nur auf Grund historisch einmaliger und massiver staatlicher Intervention so entwickelt wie sie es die letzten Jahre getan haben. Ohne diese staatliche Intervention, und das war auch der Grund dafür, wäre insbesondere der Aktienmarkt kollabiert.

Da die staatliche Stützung nicht unendlich fortgeführt werden kann und eher früher als später ein kontrollierter Ausstieg aus den QE-Programmen erfolgen muss, werden die Kapitalmärkte rund um den Globus zweierlei verdauen müssen: Zum einen wird ein konstanter Zustrom an Kapital von weit über 100 Milliarden Euro pro Monat wegbrechen, der die Märkte bisher stützt. Zum Anderen wird irgendwann sogar das Gegenteil der Fall sein und die Zentralbanken werden versuchen ihre aufgeblasenen Bilanzen wieder zu verkleinern. Der einhergehende Anstieg der Zinsen wird deutliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben.

In Konsequenz sehe ich weiterhin als beste Investmentgelegenheit die Kryptomärkte, bei denen das schlimmste schon überstanden scheint. Zwar ist aktuell keine Prognose möglich wann der Bärenmarkt enden wird, eine weitere massive Korrektur scheint hier aber unwahrscheinlich. Die Chancen überwiegen die Risiken. Wer2018 ganz sicher sein will, könnte auch mit Gold gut beraten sein. Insbesondere wenn man damit rechnet, dass sich die politischen Konflikte im Jahresverlauf weiter zuspitzen sollten.

Viel Erfolg beim Investieren,

Fabian

Hinweis: Ich bin kein Finanzberater und teile auf diesem Weg nur meine eigene Meinung mit.